Der Film
 
Viel, billig, und das am liebsten das ganze Jahr über – der industrielle Gemüseanbau im südspanischen Almería liefert zu jeder Jahreszeit, was man von ihm verlangt. Knapp 28 % des in Almería produzierten Gemüses wird nach Deutschland exportiert. Einen immer größeren Anteil daran hat das Biogemüse, denn ökologisch angebaute Lebensmittel gehören in den meisten europäischen Ländern mittlerweile fest zum Speiseplan.

An den Arbeitsbedingungen der Arbeiter hat das wenig geändert. Tausende meist papierlose Immigranten aus dem Maghreb oder Ländern südlich der Sahara schuften in der spanischen Gemüseproduktion. Nachts schlafen viele von ihnen in slumartigen Behausungen, die sie auf Brachland zwischen dem Plastik errichten. Sie leben hier ohne Strom, Trinkwasser oder Schutz vor Übergriffen.

Unter den europäischen Verbrauchern wächst seit Jahren ein Bewusstsein dafür, unter welchen Bedingungen ihre Nahrungsmittel produziert werden. Deutsche Discounter und Supermärkte werben heute daher immer mehr auch mit sozialer Nachhaltigkeit. Sie stützen sich auf Zertifizierer wie GlobalGAP oder rufen - wie Rewe mit Pro Planet - ihre eigenen Initiativen ins Leben.

Eine unüberschaubare Anzahl von Zertifikaten und Labeln signalisieren dem Verbraucher, Gutes zu tun. Doch kann ein Zertifikat ein Hebel sein, um die Produktionsbedingungen grundlegend zu ändern? Wie effizient sind die Kontrollen? Und was kommt von den guten Vorsätzen am Ende bei den Arbeitern an?

Das Gütesiegel begleitet die andalusische Landarbeitergewerkschaft SOC, die sich seit Jahren für die migrantischen Arbeiter im „Plastikmeer“ einsetzt, und lässt dabei Arbeiter, Produzenten, Zertifizierer, Regierungsmitarbeiter, Wissenschaftler und Juristen zu Wort kommen.